Aufklärung unerwünscht

Die Auswahl der Experten-Kommission des Berliner Senats zur Aufklärung des Neukölln-Komplex spricht für sich.

Der ehemalige Bundesanwalt Herbert Diemer, weil er sich im NSU-Prozess so verdient gemacht hat im vertuschen! Und Als Expertin Uta Leichsenring, die von 1991 bis 2002 das Polizeipräsidium in Eberswalde leitete. Im November 1990 hatten Nazis mehrere Afrikaner überfallen, der Angolaner Amadeu Antonio starb kurz darauf an seinen schweren Kopfverletzungen. Die Täter kamen mit sehr sehr milden Strafen davon.

No way! Die Forderung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses für Berlin ist eine klare Sache und könnte zu mehr Aufklärung beitragen. Diese vermeidungstaktische Entscheidung des Berliner Senats macht uns nochmal deutlich: Es führt kein Weg an Unabhängigen Ermittlungen im Umgang mit extrem rechter Gewalt -wie sie viele Betoffene fordern- vorbei.

tagesspiegel / taz / neues Deutschland

rassistischer Chatgruppe bei Berliner Polizei

– kann deshalb der Neukölln-Komplex nicht gelöst werden, da es zuviele Rassist*innen bei der berliner Polizei gibt.

Presse vom 1. Oktober 2020:

30.09.2020 taz: Rechtsextreme Terrorserie in Neukölln: Die Opfer klagen an – Die Betroffenen der Anschlagsserie in Berlin-Neukölln haben kein Vertrauen mehr in die Polizei. Der Grund dafür sind Polizei-Verbindungen zu Tätern.

Eingedampf auf ein Minimum – die Ermittlungen im Neukölln Komplex

Presseberichte zur Ermittlungskommission BAO Fokus, die seit dem Mai 2019 den Neukölln Komlex: Mord an Burak Bektaş und Luke Holland, ca. 70 Brandanschläge, undichte Stellen im Polizeiapperat zu Verdächtigen rechter Straftaten, wieso Tatverdächtige nicht überführt wurden etc. untersuchen sollten.

Presse vom 28.09.2020:

Seit dem 26.09.2020 gibt es das Mahnmal in Gedenken an die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt

Die Initiative “Wo ist unser Denkmal” eröffnete das “Mahnmal in Gedenken an die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt” am Samstag um 11 Uhr mit einer Performence. Am Sonntag, den 27.09.2020, dem 4. Todestag von Hussein Fadl wurde es bei der Gedenkkundgebung gleich weiter besucht.
Vor vier Jahren, am 27.09.2016, wurde Hussam Fadl von der Berliner
 Polizei von hinten erschossen. Die Ermittlungen im Fall von Hussam Fadl wurden unzureichend und wenig sorgfältig geführt – der Verdacht liegt mehr als nah, dass wieder einmal ein Fall tödlicher rassistischer Polizeigewalt verschleppt werden soll.

Dass es nun am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg ein Mahnmal für die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt gibt, ist sehr erfreulich, wir unterstützen dieses und wollen, das es auf Dauer erhalten bleibt.

Hierfür gibt es auch einen Offener Brief an den Bezirk Berlin-Kreuzberg für den Erhalt des “Mahnmal in Gedenken an die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt” PDF.

UPDATE 01.10.2020: Petition für das “Mahnmal in Gedenken an die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt” bei change.org unterschreiben.

Ansprache am 5. Jahrestag der Ermordung von Luke Holland

auf der Gedenkveranstaltung an der Mordstelle vor der ehem. Bar “del Rex” in Berlin Neukölln von Fanny-Michaela Reisin:

Sehr geehrte Damen und Herren! liebe Mitstreitende!

Mein Name ist Fanny-Michaela Reisin.
Ich bin praktizierende Jüdin, lebe, in Jerusalem geboren, seit meiner Jugend in Berlin mit einer doppelten, der israelischen und deutschen Staatsbürgerschaft.
Die Organisatoren der Gedenkveranstaltung baten mich gerade eben, ad hoc eine Ansprache in meiner Muttersprache Hebräisch zu halten.
Ich habe den Prozess gegen den des Mordes an Luke Holland angeklagten Rolf Z., seines Zeichens bekennender Neuköllner Alt- und Neo-Nazi, von Anfang bis Ende beobachtet. Deshalb kann ich den an mich herangetragenen Wunsch gut nachvollziehen, die Sprechenden heute mögen ihre Muttersprache gebrauchen.
Ein triftiger Grund für den Neuköllner Mörder Rolf Z. war die Tatsache, dass Luke, auf einer Neuköllner und also deutschen Straße via Smartphone seinem engsten Freund in Manchester nicht auf Deutsch, sondern in ihrer beider Muttersprache, Englisch, Glückwünsche zum Geburtstag zugerufen hatte.
Wir wissen, dass der Mörder Rolf Z. bei Streifzügen durch Neuköllner Straßen seiner ehemaligen Eckkneipen immer wieder aggressiv seinem Ärger darüber Luft machte, dass die Namenschilder seiner früheren Saufstätten “fremdsprachig” seien. Vor allem aber auch die Wirte und Gäste. Sein altes gut deutsches Neukölln sei nicht mehr. Vollständig überfremdet. Nicht zuletzt auch in der internationalen Bar “del Rex”, die er bisweilen notgedrungen aufgesucht und in der Mordnacht, kurz bevor Luke mit Freunden unterschiedlicher Nationalität eintrafen, wieder verlassen hatte, wusste er sich mehrmals unflätig darüber zu beklagen, dass nicht deutsch, sondern spanisch, englisch – kurzum “fremdländisch” gesprochen werde. All dies sagten Zeugen aus. Bar-Gäste in jener Nacht, aber auch etliche langjährige Freunde des Mörders, deren Mitteilungen im übrigen eher einsilbig waren.
Ich kann also den Wunsch gut verstehen, hier und heute mit Gedenkbeiträgen in den jeweils eigenen Muttersprachen demonstrativ zu zeigen, dass Sprachvielfalt zur bunten Menschheit, zum bunten Europa, zum inklusiven Deutschland und vor allem zum gerne bunt und inklusiv gefeierten Berlin gehört.
Ich teile das Anliegen aus ganzem Herzen. Dennoch will ich auf Deutsch zum Gedenken beitragen, um von möglichst vielen verstanden zu werden.
Ich beschränke mich darauf, Sie/Euch alle mit SHALOM! zu begrüßen.

Zu den unerträglichen Einzelheiten des Prozesses gehörte, dass der Mörder an allen Prozesstagen mit im Gerichtssaal saß. Dumpf und gleichgültig vor sich hinblickend zog er es vor, über den gesamten Verhandlungszeitraum vom 14. März bis 11. Juli 2016 an allen 21 Verhandlungstagen zu schweigen. Das war ihm vom Gericht auch gestattet worden.
Für unsereins war die Gegenwart des Mörders höchst bedrückend.
Warum?

Drei Jahre zuvor war ebenso wie der mit seinen 31 Jahren erst am Beginn seines erwachsenen Lebens stehende Luke Holland, der 22-jährige Burak Bek­taş, d. h. nach genau dem gleichen Schema auf der Rudower Straße vor dem Neuköllner Krankenhaus erschossen worden. Zwei seiner Freunde wurden angeschossen und überlebten schwer verletzt.
Es ist bekannt, dass Rolf Z. schon 2013 in der Akte zur Ermordung von Burak Bektaş als Tatverdächtiger genannt ist. Die Staatsanwaltschaft sah davon ab, gegen ihn zu ermitteln.
Der Mord an Burak Bektaş ist bis heute ungesühnt.
Bedrückend, ja fast gespenstisch, wirkte auf uns die Tatsache, dass alle noch verfügbaren Indizien, die herangezogen hätten werden können und müssen(!), um den auch des Mordes von Burak Bektaş verdächtigen Rolf Z. doch noch zu überführen oder eben frei zu sprechen, sage und schreibe Ende 2015 vernichtet worden waren. Und das, obwohl zu dem Zeitpunkt der Strafprozess gegen den, wegen des Mordes an Luke Holland angezeigten, in Untersuchungshaft einsitzenden Rolf Z. sicher für das erste Halbjahr 2016 anberaumt war. Der formale Grund für die Indizienentsorgung: Verjährung.
Ich selber kann es nicht fassen, will aber auch nicht glauben, dass dies der Grund war. Ich bin daher der Überzeugung, dass jene Instanzen, die mehr wussten, es wie Rolf Z. vorzogen, alles mit Schweigen zu überziehen, was einen ruchlosen Mord an zwei jungen Menschen, die ireversible Zerstörung zweier Familienleben, vor allem aber auch den ungeheuerlichen Skandal nachlässiger Ermittlungen durch Berliner Polizei- und Staatsanwaltsbehörden zu Tage hätte fördern können. Ich glaube es einfach nicht, dass es nach dem Mord an Luke Holland keine Indizien gab, die einem Vergleich zwischen beiden Fällen gerechtfertigt hätten. Die Staatsanwaltschaft im Fall Luke Holland, wies das Anliegen, eine Nebenklage auch in Sachen Burak Bektaş zu verhandeln, ab.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitstreitende,
Angeregt durch den schmerzlichen Beitrag von Luke’s Freund und Geschäftspartner soeben will ich kurz von meinen Begegnungen mit den, um ihren einzigen Sohn, um ihr einziges Kind(!) trauernden Eltern von Luke, erzählen. Rita und Philip Holland waren zu allen Verhandlungsterminen eigens aus Manchester angereist. Vielleicht in der Hoffnung, das schier Unfassbare zu verstehen? Ich weiß es nicht genau. Zweifellos waren Rita und Phil entschlossen, auf eine vollständige Aufklärung des Mordes an ihrem geliebten Sohn zu dringen. Nicht zuletzt – das weiß ich positiv -, um uns hier im Kampf gegen Rassismus und Neo-Nazismus beizustehen.
Ich war während der Verhandlungspausen oft mit ihnen zusammen. Sie zeigten bunte und schwarzweiße Fotos aus dem Leben von und mit Luke.
Ein gut aussehender, strahlender junger Anwalt, “Oxford-Absolvent”, wie Rita hin und wieder sagte, ein “sunnyboy”- das sage ich – im wohlverstandenen, besten Sinne des Wortes, der glücklich schien und zuversichtlich. Entschlossen sein Leben eigenständig in die Hand zu nehmen, entschied er sich, sein Unternehmen in der weltoffenen Stadt Berlin zu gründen. Hier investierte er. Hier wollte er mit anderen Zukunft gestalten. Und hier wurde er meuchlings ermordet.
Zwei junge Menschen verloren ihr Leben, kaum hatten sie es selbstbestimmt in die Hand genommen. Burak Bektaş und Luke Holland. Der zweite Mord hätte möglicherweise – viele Anzeichen deuten darauf hin – verhindert werden können, wenn im Falle Burak Bektaş konsequent ermittelt worden wäre.

Wir schreiben nun das Jahr 2020.
Gerade eben, wurden wieder rechtsradikale und neonazistische Umtriebe von Polizeibeamten aufgedeckt. Nester des Hasses, der Menschenverachtung und der Herrenmentalität gegenüber “undeutschen” Juden, Moslems, Schwarze, Schwache. In Polizeibehörden mitten in Berlin, Nordrhein-Westfahlen, Sachsen-Anhalt und, und, und. Gerade eben schwappen die Wellen des Entsetzens in Politik und Medien wieder hoch. Rufe nach einer wissenschaftlichen Studie zu Rassismus und Rechtsextremismus bei der bundesdeutschen Polizei werden laut. Innenminister Seehofer hält dagegen.

Ich bin durchaus dafür, eine wissenschaftliche Studie zu Zuständen und Haltungen in Sachen Rassismus und Rechtsradikalismus in den Landes- und Bundesbehörden der Polizei durchzuführen. Auch teile ich die Auffassung, dass dies doch nur im Interesse auch der Polizei sein müsste, wenn dort alles “koscher” ist.
Ich will Ihre Aufmerksamkeit aber darauf lenken, dass nicht nur die Polizei, sondern durchaus auch die Justiz, namentlich die Staatsanwaltschaften, die Behörden der Straf- oder der Verwaltungsjustiz vergleichbaren Untersuchungen unterzogen werden müssten. Wir beobachten seit Jahren – und gerade im Bereich rassistisch motivierter Mord- und Gewaltüberfälle, Rechtspopulismus und Rechtspropaganda ein ungutes Zusammenstehen von Justiz- und Polizeibehörden.
Es ist Zeit, dass die Zivilgesellschaft auch hier endlich reinen Wein einfordert und reinen Tisch macht.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

PS. Hier ein Link zu einem sehr berührenden und gleichsam äußerst bedrückenden Pressegespräch am 11. Januar 2016 mit den Eltern von Luke Holland und Burak Bek­taş sowie ihren Anwälten im Haus der Bundespressekonferenz, dem ich beiwohnte und das ich unbedingt verbreiten möchte: https://www.youtube.com/watch?v=tLgndu5Yabk

Statement from Philipp Holland 20.9.2020

English:

I am unable to visit Berlin to remember the Murder of my dear son Luke.
The reason is, I am today placing the ashes of my beloved wife Rita, Luke’s mother, into the grave with Luke because she took her own life to join Luke.
This makes Rolf Zielezinski responsible for killing at least 2 people, and causing never ending misery, for our family and friends.
I still cannot believe the prejudice of the law courts, in not charging and convicting this murderer, with being a Neo Nazi, a racist, and committing a hate crime.
Luke loved Berlin and I find it totally unjust, that Luke helped create a Berlin Business, which now employees 25 staff, whilst the German Government Supports this unemployed murderer, and his unemployed family.
I find it ironic that this racists name Zielezinski inherits from Poland.
After learning of the circumstances, witness evidence and knowledge the police had, of Rolf Zielezinski, I find it inconceivable that he was not fully investigated in the murder of Burak Bektaş.
If a full unprejudiced investigation, by the police and prosecutor, had been undertaken into Burak’s murder, my son Luke would be alive and the Bektaş family would, at least have a little satisfaction and closure for the huge loss of their son Burak.
My condolences and heartfelt sympathy to Burak’s family.
I sincerely hope the Initiatives support, efforts, pressure and perseverance, finally force a full investigation into the murder of Burak Bektaş.
Thankyou for the support during the long murder trial of my son Luke.
Kindest Regards
Philip Holland

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Deutsch: Stellungnahme von Philipp Holland 20.9.2020

Ich kann Berlin nicht besuchen, um mich an den Mord an meinem lieben Sohn Luke zu erinnern.
Der Grund ist, dass ich heute die Asche meiner geliebten Frau Rita, Luke‘s Mutter, mit zu Luke ins Grab lege, weil sie sich das Leben genommen hat um mit Luke zusammen zu sein.
Dies macht Rolf Zielezinski dafür verantwortlich, mindestens zwei Menschen getötet und für unsere Familie und Freunde unendliches Elend verursacht zu haben. Ich kann die Voreingenommenheit? der Gerichte immer noch nicht glauben, diesen Mörder nicht zu beschuldigen und zu verurteilen, ein Neonazi zu sein, ein Rassist, der ein Hassverbrechen begangen hat.
Luke liebte Berlin und ich finde es völlig ungerecht, dass Luke dazu beigetragen hat, ein Berliner Geschäft aufzubauen, das jetzt 25 Angestellte beschäftigt, während die deutsche Regierung diesen arbeitslosen Mörder und seine arbeitslose Familie unterstützt.
Ich finde es ironisch, dass dieser Rassist den Namen Zielezinski aus Polen geerbt hat.
Nachdem ich von den Umständen, Zeugenbeweisen und Kenntnissen erfahren habe, die die Polizei über Rolf Zielezinski hatte, finde ich es unvorstellbar, dass er bezüglich des Mordes von Burak Bektaș nicht vollständig untersucht wurde.
Wenn die Polizei und der Staatsanwalt eine vollständig vorurteilsfreie Untersuchung des Mordes an Burak durchgeführt hätten, dann würde mein Sohn Luke noch am Leben sein und die Familie Bektaș würde endlich wenigstens eine Gewißheit und einen Abschluss für den großen Verlust ihres Sohnes Burak finden können.
Mein Beileid und meine tief empfundene Symphatie für Burak‘s Familie.
Ich hoffe aufrichtig, dass die Unterstützung, die Bemühungen, der Druck und die Ausdauer der Initiativen endlich eine umfassende Untersuchung des Mordes an Burak Bektaș erzwingen.
Vielen Dank für die Unterstützung während des langen Mordprozesses meines Sohnes Luke.
Herzliche Grüße
Philip Holland

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Türkçe: Philipp Holland ´ın beyanı 20.9.2020

Sevgili oğlum Luke’un canice öldürülmesini anmak için Berlin’e gelemiyorum.
Bunun nedeni şu: Aynı gün oğlum Luke’un öldürülmesinden duyduğu üzüntüye dayanamayıp, Luke’un yanına gitmek için hayatına son veren sevgili eşim Rita’nın küllerini, Luke’un mezarına götüreceğim.
Rolf Zielesinski böylece en azından iki insanın ölümünün, bizim ailemiz ve dostlarımızın büyük acılar çekmesinin suçlusu ve sorumlusudur.
Ben bu katili hala bir neonazi , bir ırkçı , bir nefret suçlusu olarak adlandırmaktan, bununla suçlamaktan ve mahkum etmekten geri duran yargının bu çekingen tavrını anlayamıyorum.
Luke Berlin’i çok seviyordu. Şimdi onun Berlinde kurulmasında yer aldığı firmada 25 kişi çalışıyor; halk böyleyken Alman devletinin hiç bir işi olmayan bu katili ve onun işsiz ailesini desteklemesini bütünüyle haksız buluyorum.
Bu ırkçı katilin Zielesinski adını Polonyadan almış olmasını da ironik buluyorum.
Polis’in Zielesinski hakkında elinde bulunan tanık ifadeleri, bilgileri, kanıtları hakkında bilgilendikten sonra, onların Burak Bektaş’ın öldürülmesi konusunda bu yönde tam bir araştırlma yapmamış olmasını akıl almaz bir şey olarak buluyorum.
Eğer polis ve savcılık Burak Bektaş’ çinayetini bütünüyle ön yargısız olarak araştırmış olsa idi, o zaman benim oğlum Luke bugün de yaşıyor olabilirdi ve Burak Bektaş’ın ailesi de oğullarının büyük kaybının suçlusunun kim olduğu konusunda bir kesinliğe ve biraz huzura kavuşmuş olabilirlerdi.
Burak Bektaş’ın ailesine taziyelerimi ve en derin sempatimi iletiyorum.
İnsiyatiflerin desteği, inatçı çabalarının yarattığı baskıların nihayet Burak Bektaş cinayetinin tam bir aydınlatılmasını sağlamasını umut ediyorum.
Oğlum Luke’un uzun süren dava sürecinde destekleriniz için çok teşekkür ediyorum.
Samimi selamlarımla
Philip Holland

Commemoration 5th anniversary of the murder of Luke Holland

Sunday, September 20, 2020 at 4 p.m., on Ringbahnstraße, corner to Walterstrasse in Berlin Neukölln.

We commemorate Luke Holland, who 5 years ago was murdered by the Neo-Nazi Rolf Zielezinski.

We also commemorate Rita Holland, the mother of Luke Holland. Last year, on October 21, she passed, because she could no longer bear the pain of losing her son. The death of Rita Holland must also be attributed to Rolf Zielezinski.
On 20.09.2020 also the funeral of Rita Holland take place in Manchester at the grave of her son Luke.

Luke Holland, born on 4.4.1984, grew up in Manchester. He studied among others in Oxford and worked as a lawyer. In 2014 he moved to Berlin. Luke was killed in the early morning of 20.09.2015 by the neo-Nazi Rolf Zielezinski in the Ringbahnstraße at the corner of Walterstraße in Neukölln, in front of the former Bar Del Rex, a trendy pub with a lot of international audience. He was murdered when he was just outside to congratulate his friend on his birthday by phone. The murderer was previously noticed several times as unpleasantly-aggressive in the bar, and he had complained even to the English-speaking owner that there was spoken too little German. Luke congratulated his British friend in English, as usual.
Luke’s parents, Rita and Phil said: “Luke had to die because he had spoken English.”

The neo-Nazi Rolf Zielezinski shot Luke with a sawed-off Shotgun in the stomach. Luke had no chance of survival, the internal injuries were too severe. Rolf Zielezinski drove afterwards to Oranienburg to a festival and celebrated there. When he came back at night he was arrested.
In his apartment were various Nazi objects, several weapons and a kilo of explosives.
Nevertheless he was only charged with murder and illegal possession of weapons.
Neither the explosives nor his evil national socialist ideology played any role in the indictment. In the court case in July 2016 the judge didn’t recognize an extreme right-wing motive of the murderer.
Rolf Zielezinski was sentenced to 11 years and 7 months for murder without motive, so the verdict. The family and us are shaken by the depoliticed judgment and the concealment of the explosives.

Despite existing evidence, the court and the prosecutors refused to determine whether Rolf Zielezinski could also be the murderer of Burak Bektaş. This was obvious right from the beginning of the trial and was maintained by the court until the end of the trial.
The parents of Luke Holland, Rita and Phil, said during the trial against the murderer of their son in Berlin, Luke could still be alive when the murder of Burak Bektaş would have been seriously investigated.

Rolf Zielezinski was portrayed in such a way as perpetrators with right-wing convictions are portrayed by the police and the courts in most cases: as person, who drink too much, misfits, weapon collectors or loners. Luke Holland on the other hand was portrayed by police and some media as a DJ who had been murdered for disturbing the peace.
That he was a victim of a national socialist crime the public only learned trough friends of Luke Holland and their critical counterstatement.

This handling of right-wing violence, Nazi murders and other racist crimes by the investigating authorities and courts in Berlin, about which more and more facts become public, has system. The basis is companionship between right-wing “security authorities” and Nazis in Neukölln and beyond. The charge of Rolf Zielezinski exclusively for murder and not also for hate crimes and possession of explosives, the ignoring of the political motive for the crime, the declaration of the murderer as a lone perpetrator by the police, public prosecutor’s office and the court follow a widespread pattern.

Please come on Sunday, 20 September 2020 at 4 p.m. to Ringbahnstraße / corner of Walterstraße in Berlin Neukölln.

In anger and sadness on the 5th anniversary of the murder of Luke Holland.
Luke Holland unforgotten!

Please take your nose-mouth protection and bring flowers and candles.

Sonntag, den 20.09.2020 Gedenken am 5. Jahrestag des Mordes an Luke Holland

Sonntag, den 20. September 2020 um 16 Uhr, Ringbahnstraße Ecke Walterstraße in Berlin Neukölln

Wir gedenken Luke Holland, der vor 5 Jahren an dieser Stelle von dem Neonazi Rolf Zielezinski ermordet wurde.

Wir gedenken auch Rita Holland, der Mutter von Luke Holland, die letztes Jahr am 21. Oktober 2019 starb, weil sie den Schmerz über den Verlust ihres Sohnes nicht mehr ertragen konnte. Der Tod von Rita Holland muss auch Rolf Zielezinski zugeschrieben werden.
Am 20.09.2020 findet auch die Beisetzung von Rita Holland in Manchester statt, am Grab ihres Sohnes Luke.

Luke Holland, geboren am 4.4.1984, wuchs in Manchester auf. Er studierte unter anderem in Oxford und war als Jurist tätig. 2014 zog er nach Berlin. Luke wurde am frühen Morgen des 20.09.2015 von dem Neonazi Rolf Zielezinski in der Ringbahnstraße Ecke Walterstraße in Neukölln vor der damaligen Bar Del Rex, einer szenigen Kneipe mit internationalem Publikum, ermordet, als er gerade vor der Tür seinem Freund in England telefonisch zum Geburtstag gratulierte. Der Mörder war zuvor mehrfach als unangenehm-aggressiv in der Bar aufgefallen, unter anderem hatte er sich bei dem ebenfalls englischsprachigen Besitzer darüber beschwert, dass dort zu wenig Deutsch gesprochen werde. Luke gratulierte seinem britischen Freund auf Englisch, wie auch sonst.
Lukes Eltern, Rita und Phil sagten: “Luke musste sterben, weil er Englisch sprach.”

Der Neonazi Rolf Zielezinski schoss Luke mit einer abgesägten Schrotflinte in den Bauch. Luke hatte keine Überlebenschance, die inneren Verletzungen waren zu schwer. Rolf Zielezinski fuhr anschließend nach Oranienburg zum Stadtfest und feierte dort. Als er nachts wieder nach Hause kam, wurde er festgenommen. In seiner Wohnung befanden sich diverse Nazidevotionalien, mehrere Waffen sowie ein Kilo Sprengstoff. Trotzdem wurde er nur wegen Mordes und illegalem Waffenbesitz angeklagt. Der Sprengstoff spielte in der Anklage keine Rolle und sein nationalsozialistischer Ungeist auch nicht. Im Gerichtsverfahren wollte der Richter kein extrem rechtes Motiv des Mörders erkennen. Im Juli 2016 wurde Rolf Zielezinski zu 11 Jahren und 7 Monaten verurteilt, wegen Mord ohne Motiv, so das Urteil. Die Familie und uns erschüttert die entpolitisierende Urteilsbegründung und das Verschweigen des Sprengstoffs.

Trotz bestehender Hinweise weigerten sich Gericht und Staatsanwaltschaft zudem konsequent, zu ermitteln, ob Rolf Zielezinski auch der Mörder von Burak Bektaş sein könnte. Dies wurde schon zu Anfang des Prozesses offensichtlich und vom Gericht bis zum Ende des Prozesses durchgehalten. Die Eltern von Luke Holland, Rita und Phil, sagten während des Prozesses gegen den Mörder ihres Sohnes in Berlin wiederholt, Luke könne noch am Leben sein, wenn der Mord an Burak Bektaş ernsthaft untersucht worden wäre.

Rolf Zielezinski wurde so dargestellt, wie Täter mit rechter Überzeugung von der Polizei und den Gerichten zumeist dargestellt werden: als Mensch, der zuviel trinkt, Eigenbrödler, Waffensammler und natürlich als Einzeltäter. Luke Holland hingegen wurde von der Polizei und in manchen Medien als DJ bezeichnet, der wegen Ruhestörung ermordet worden sei. Dass er Opfer eines nationalsozialistischen Verbrechens wurde, erfuhr die Öffentlichkeit erst durch Freunde von Luke Holland und einer kritischen Gegendarstellung.

Dieser Umgang der Ermittlungsbehörden und Gerichte in Berlin mit rechter Gewalt, Nazimorden und anderen rassistischen Verbrechen, über den immer weitere Fakten öffentlich werden, hat System. Grundlage ist die Kumpanei zwischen rechten “Sicherheitsbehörden” und Nazis in Neukölln und darüber hinaus. Die Anklage Rolf Zielezinskis ausschließlich wegen Mordes und nicht auch wegen Hassverbrechen und Sprengstoffbesitz, das Ignorieren des politischen Tatmotivs, die Erklärung des Mörders zum Einzeltäter durch Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht haben System.

Kommt am Sonntag, den 20. September 2020 um 16 Uhr in die Ringbahnstraße Ecke Walterstraße in Berlin Neukölln. In Wut und Trauer am 5. Jahrestags der Ermordung von Luke Holland.

Denkt an den Nase-Mund-Schutz und bringt Blumen und Kerzen mit – Luke Holland unvergessen !